Der Verband Deutscher Vermessungsingenieure (VDV) hat auf seinem Bundeskongress in Göttingen eine neue Verbandsspitze gewählt und zugleich zwei prägende Persönlichkeiten der deutschen Geodäsie verabschiedet. Nach mehr als drei Jahrzehnten ehrenamtlicher Tätigkeit übergeben Wilfried Grunau und Burkhard Kreuter ihre Ämter an eine neue Generation. Beide haben das deutsche Ingenieur- und Vermessungswesen nachhaltig geprägt – weit über die Geodäsie hinaus.
Zum neuen Präsidenten wurde Markus Schäfer gewählt. Er folgt auf Wilfried Grunau, der das Amt über beeindruckende 33 Jahre hinweg prägte. Schäfer ist Diplomingenieur für Vermessungswesen und verfügt über langjährige Erfahrung in Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung. Nach Stationen an der Technischen Universität Braunschweig und in der Privatwirtschaft ist er heute Fachbereichsleiter für Ingenieurvermessung und BIM-Projekte beim Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung in Hamburg.
Neuer ehrenamtlicher Geschäftsführer ist Rainer Kießling, der die Nachfolge von Burkhard Kreuter antritt, der diese Funktion ebenfalls über 33 Jahre ausgeübt hat. Kießling ist Diplomingenieur (FH) für Vermessungswesen mit zusätzlichem Masterabschluss im Bereich Geoinformationssysteme. Er ist seit vielen Jahren im amtlichen Vermessungswesen des Landes Sachsen-Anhalt tätig, aktuell als Dezernatsleiter im Landesamt für Vermessung und Geoinformation, und engagiert sich seit langem in verschiedenen Funktionen im VDV sowie in der beruflichen Aus- und Weiterbildung.
Zum Schatzmeister wurde Ralf Gromadzki gewählt. Er übernimmt die Aufgabe von Michael Kilian. Das Amt des Schriftführers geht an Daniel Buchholz, der auf Ullrich Wille folgt.

Bereits am Vortag hatte der Bundesvorstand aus seiner Mitte die Vizepräsidenten bestimmt. Neu in dieses Amt gewählt wurden Julia Lechner (München) und Paul Sterzik (Dortmund). Ullrich Wille (Schwerin) wurde in seiner Funktion bestätigt. Mit der Wahl erweitert der VDV sein Präsidium künftig auf drei Vizepräsidenten – bislang waren es zwei. Der Verband stärkt damit seine berufsständische Arbeit und setzt zugleich auf eine noch breitere fachliche und generationenübergreifende Vertretung innerhalb der Geodäsie und Geoinformatik.

Mit dem neuen Präsidium setzt der Verband Deutscher Vermessungsingenieure (VDV) auf einen Generationenwechsel und die konsequente Weiterentwicklung seiner Arbeit. Im Fokus stehen die Interessenvertretung der Geodäsie und Geoinformatik sowie Zukunftsthemen wie Digitalisierung, Fachkräftesicherung, Nachwuchsförderung und Weiterbildung. Dabei baut der Verband auf den langjährigen Erfolgen der bisherigen Amtsinhaber auf und blickt zuversichtlich auf die kommenden Herausforderungen.
Dank und Würdigung
Der VDV dankt den ausgeschiedenen Amtsinhabern ausdrücklich für ihr außergewöhnlich langjähriges Engagement und ihre herausragenden Verdienste um den Berufsstand. Insbesondere die jeweils 33-jährige Amtszeit von Wilfried Grunau und Burkhard Kreuter steht beispielhaft für Kontinuität, Verlässlichkeit und nachhaltige Verbandsarbeit. Mit ihrem langjährigen Einsatz haben Grunau, Kreuter und Kilian die deutsche Geodäsie, die berufspolitische Interessenvertretung der Vermessungsingenieure sowie die fachliche Weiterentwicklung des Berufsstandes maßgeblich geprägt. Sie führten den Verband über Jahrzehnte hinweg stabil, innovativ und verantwortungsvoll, stärkten die europäische Vernetzung und bauten die berufspolitische Stellung von Geodäten und Ingenieuren weiter aus. Mit strategischer Weitsicht sowie ihrem konsequenten Einsatz für Qualität, Rechtssicherheit und Transparenz haben sie wichtige Grundlagen für die zukünftige Entwicklung des Vermessungswesens geschaffen.
Verdienste von Wilfried Grunau und Burkhard Kreuter
Wilfried Grunau (*28. Mai 1958 in Aurich) hat die Geodäsie in Deutschland nicht nur durch seine langjährige Präsidentschaft im VDV geprägt, sondern auch über den Verband hinaus wichtige Impulse gesetzt. Er ist zudem seit 2014 Präsident des Zentralverbands der Ingenieurvereine (ZBI) und war mehrere Amtsperioden zugleich Präsident der European Group of Surveyors (EGoS), beides Spitzenverbände im deutschen bzw. europäischen Ingenieurwesen. In diesen Rollen hat Grunau die europäische Zusammenarbeit im Vermessungswesen gefördert, Innovationen vorangetrieben und die Position der deutschen Geodäten international gestärkt. Unter seiner Führung wurden zahlreiche berufspolitische Initiativen umgesetzt, Fachstandards gesichert und die Sichtbarkeit des Berufsstandes entscheidend erhöht. Für sein außergewöhnliches ehrenamtliches Engagement wurde er vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Bundesverdienstkreuz. Die Bundesmitgliederversammlung ernannte Grunau nun zum Ehrenpräsidenten.
Burkhard Kreuter (*23. Mai 1955 in Wuppertal) hat den VDV als ehrenamtlicher Geschäftsführer über drei Jahrzehnte hinweg mit großer fachlicher Kompetenz und strategischem Weitblick geleitet. Darüber hinaus ist Kreuter seit vielen Jahren Vorstandsmitglied der Ingenieurkammer Bau NRW, wo er die Interessen des gesamten Ingenieurwesens vertritt und die Vernetzung von Fachdisziplinen stärkt. Kreuter hat die organisatorische Stabilität des VDV gesichert, die berufspolitische Arbeit vorangetrieben und insbesondere die Schnittstellen zwischen Ingenieurwesen und Geodäsie nachhaltig gestaltet. Für seine langjährige ehrenamtliche Tätigkeit wurde er mit der Verdienstmedaille des Bundesverdienstordens geehrt und nun zum Ehrenmitglied des VDV ernannt.
Ebenfalls zum Ehrenmitglied des Verbandes ernannt wurde der langjährige Schatzmeister Michael Kilian, der dieses Amt 23 Jahre lang innehatte und die finanziellen Geschicke des Verbandes verantwortete.

