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Markus Schäfer, Präsident des VDV

VDV begrüßt Bürokratieabbau im Verkehrswegebau, fordert aber Nachbesserungen für die Geodäsie

Posted on 25. Juni 2026

Der Verband Deutscher Vermessungsingenieure (VDV) e.V. begrüßt ausdrücklich die Initiative des Bundesministeriums für Verkehr, den bürokratischen Reformstau im nationalen Verkehrswegebau systematisch anzugehen und Planungs- sowie Genehmigungsprozesse spürbar zu beschleunigen. In seiner aktuellen Stellungnahme zu den Referentenentwürfen für ein Gesetz und eine Verordnung zum Bürokratierückbau im Verkehrsbereich (BRBG-Verkehr / BRBV-Verkehr) weist der Berufsverband zugleich darauf hin, dass schnellere Verfahren nicht zulasten von Datenqualität, Sicherheit und wirtschaftlicher Fairness gehen dürfen. Vermessung und Geodaten seien die unverzichtbare Grundlage moderner Infrastrukturprojekte – von Schienenwegen über Straßen bis hin zu Wasserstraßen.

Innovation im Drohneneinsatz: Private Büros nicht abhängen

Besonderen Handlungsbedarf sieht der VDV beim Einsatz von Drohnen in der Geodäsie. Der Verband fordert, dass auch private Vermessungs- und Ingenieurbüros, die im öffentlichen Auftrag tätig sind, von geplanten Genehmigungserleichterungen profitieren. Zudem müsse die Nutzung qualifizierter Vermessungsdrohnen rechtssicher geregelt werden. Gleichzeitig seien Datenschutz, Datenhoheit und offene Standards bei Geodaten sicherzustellen.

Bürokratieabbau ja, aber nicht zulasten von Qualität und Sicherheit

Auch die geplante Beschleunigung von Schienenprojekten bewertet der VDV grundsätzlich positiv. Voraussetzung dafür seien jedoch aktuelle und standardisierte Geobasisdaten sowie die verbindliche Einhaltung technischer Qualitätsstandards. Unabhängige Prüfungen durch Sachverständige müssten weiterhin gewährleistet bleiben.

Digitalisierung und Schutz des Mittelstands

Der VDV fordert zudem den konsequenten Schutz der Freiberuflichkeit vor wettbewerbsverzerrender Rekommunalisierung durch staatliche Großkonzerne, die stärkere Einbindung geodätischer Expertise in technische Gremien sowie den konsequenten Ausbau digitaler und medienbruchfreier Verwaltungsprozesse.

Bürokratieabbau ja, Qualitätsverlust nein!

„Die Reformen sind ein starkes Signal für die Modernisierung Deutschlands. Doch Bürokratieabbau darf nicht mit Qualitätsverlust einhergehen. Wir brauchen klare Regelungen, die die hohe Professionalität unserer Branche sichern – von der Drohnenerfassung bis zur Gleisvermessung. Der VDV steht als konstruktiver Partner bereit, um die Digitalisierung der Prozesse praxisnah mitzugestalten“, erklärt Dipl.-Ing. Markus Schäfer, Präsident des VDV.

Der VDV hat dem Bundesministerium für Verkehr konkrete Änderungsvorschläge zu den Referentenentwürfen übermittelt und bietet seine fachliche Unterstützung bei der weiteren Ausgestaltung der Regelungen an.

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